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Festival Line Up CURSE
Curse
- Freiheit -
„Das Album heißt "Freiheit", denn es geht um die Freiheit im Herzen. Das Album ist mit
genau diesem Gefühl - als Start, Weg und Ziel - entstanden. "Freiheit" bedeutet für mich das
Lösen von Zwängen, das Auflösen von Grenzen und das Ablegen von einengenden
Erwartungen. Musik und Kunst an sich, sollte nie aus Angst und mit Barrieren entstehen,
sondern immer aus dem tiefen Bedürfnis heraus, Schranken und Mauern durchbrechen zu
wollen.
„Freiheit" heißt Mut haben, los zu lassen, und sich von sicherem Boden weg zu bewegen,
um neuen Boden zu finden. "Freiheit" heißt auch, das zu machen, was man für sich selbst
als richtig empfindet, auch wenn die Menschen um uns herum anderes erwarten oder
wünschen.
Das Album heißt "Freiheit", da es das höchste Ziel ist, musikalisch und lyrisch frei zu sein.
Nur so bewegt man sich vorwärts auf seinem Weg, statt sich in eingefahrenen Straßen nur
selbst zu kopieren.“
- Curse, 2008
„Freiheit – was für ein großes Wort.“
Wie klingt ein Album, das sich so ein großes Wort und Gefühl als Titel und Inhalt gewählt
hat?
Zuerst, und in angenehmer Weise: unangestrengt, frisch, positiv - und frei. Es klingt nach
Mut zu großen Arrangements mit Streichern und Bläsersätzen. Mut zu schonungslosen
Texten. Mut zu feinsinnigem Humor. Mut zu viel Gesang und zu viel Melodie. Mut dazu, sich
abseits jeglicher Genre-Grenzen zu begeben, um „frei“ zu sein. Und vor allem Mut dazu,
man selbst zu sein. Es klingt, als werfe hier ein Künstler den Ballast der Vergangenheit ab,
um sich auf eine Reise zu dem zu begeben, was auch die erste Single des Albums
verkündet: „Freiheit“.
„Freiheit heißt: (...) wenn du weißt was du willst, dann tu es“
Curse beschreibt die Produktion von „Freiheit“ auf humorvolle Weise: „Die Produktion war
wie eine Achterbahnfahrt“, lacht er. „Du denkst der Looping ist vorbei... und dann kommt der
doppelte Looping! Aber am Ende ist man absolut euphorisiert“.
Aus einer ersten 14-tägigen Session mit den Produzenten Sashliq, Claud und Nicolay
(Foreign Exchange) in Patrices Kölner „Supow Studio“ entstanden die ersten Ideen und
Songs für „Freiheit“. Auf dieser Grundlage entwickelte sich ein Album, bei dem Curse von
Beginn an wusste: „(...)dass es um Musik an sich geht. Um Songs, die berühren und eine
inhaltliche Relevanz für Menschen haben – egal welchen musikalischen Background sie
haben“. Bei „Freiheit“ sind die Produzenten (neben weiteren auch Monroe, Farhot und Miki)
nicht nur „Beatmaker“ im klassischen Sinne, sondern Komponisten und Visionäre, mit denen
Curse seine Vorstellungen und inneren Bilder zu Tönen werden lässt.
Erweitert hat Curse das Team nicht nur inhaltlich, sondern auch personell um viele versierte
Live- und Studiomusiker, wie Lillo Scrimali (unter anderem bekannt als Arrangeur und
Musical Director von Künstlern wie Joy Denalane, Freundeskreis und den Fantastischen
Vier), der für das Album die herausragenden Streicher- und Blechbläser Arrangements
schrieb. Bassmastah Haze, Livebassist von Curse (sowie Freundeskreis) grundierte etliche
Songs mit seinen Basslines. Patrick Ahrend, der Produzent und Pianist des bewegenden
Curse Klassikers Und Was Ist Jetzt kam für Freiheit erneut ins Studio und komponierte den
metaphorisch-bildhaften Song Wenn Ich Die Welt aus Dir Erschaffen Könnte.
Besonders in diesem Song spiegelt sich für Curse exemplarisch die Charakteristiken des
Albums wider: „Das ist für mich einer der herausragendsten Songs dieser Platte. Er bündelt
in sich das, was ich bin, das, was ich gerade mache und das, was ich musikalisch und
textlich ausdrücken will. Er verbindet Lyrik und musikalische Entwicklung.“
„Freiheit muss man ausatmen!“
Vor allem lyrisch wartet Freiheit mit einer großen Vielfalt und Dichte auf, die erstaunt UND
vor allem fesselt. Seit dem Debüt Feuerwasser trennen gerade die Texte ein Curse Album
von der Masse deutscher HipHop-Veröffentlichungen. Doch Rap um Raps´ Willen ist hier
kein Thema mehr. Am ehesten nähert sich Curse noch im Uptempo Song „Fantastisch“
Szene-internen Befindlichkeiten an, nur um diese dann direkt weg zu wischen und seine
Freiheit zu manifestieren: „Ich fühl mich fantastisch! (...) Schwerelos da wo Last ist, kein
Platz für mich, da wo Hass ist“.
Curse schafft es, den Hörer mit einem Gefühl der Leichtigkeit durch das gewichtige Album zu
tragen: Auf Gold sinniert er nicht ganz ohne Zynismus über die eindeutigen
Zweideutigkeiten im Leben, und auf „Du Sagst“ widmet er sich seinem Lieblingsthema
„Frauen und Männern“ auf ebenso humorvolle Weise. Curse beobachtet
Zwischenmenschliches scharf und fasst das Erlebte in Worte: Hier grotesk oder komisch,
dort erschreckend und tragisch. Im Song Lila mit Jaguar Wright fängt sich der Hörer einen
unerwartet harten Tiefschlag ein. Für die am Schluss extrem beschleunigte Geschichte des
erstmals verliebten Mädchens im Teenager-Alter, das schwanger von Freund und Mutter im
Stich gelassen wird, allein erziehend für drei Kinder zu sorgen hat und diese am Ende
umbringt, braucht man Nerven. „Zu der Auflösung bin ich durch aktuelle Nachrichten
gekommen. Wenn ich so etwas höre, frage ich mich immer ´Was passiert da? Weshalb
macht es bei Menschen plötzlich - Klick? Was sind das für Missstände, in denen man leben
muss, damit so etwas geschehen kann?“ Vermutlich hat Curse Recht, wenn er über den u.a.
durch „Die Farbe Lila“ (Steven Spielberg, 1985) beeinflussten Song sagt: „So eine
Geschichte bekommst du sonst wahrscheinlich nirgends. Auf einem Curse-Album besteht
aber immer die Gefahr, auch mit solchen unangenehmen Dingen konfrontiert zu werden.“
Fast wie als Wiedergutmachung wendet der Song „Willkommen Zurück“ drei scheinbar
ausweglose Schicksale am Ende zum Guten. Sinngemäß tut das auch das massive „Es
Kann Passieren“ mit Xavier Naidoo, in dem es mit Blick auf das Mögliche heißt „Stell Dir
vor, Du hast Zeit zu reisen. Stell Dir vor, Du hast das Geld, um Dir selbst diese Welt zu
zeigen. Stell Dir vor, Du wärst ruhig bei Stress. Stell Dir vor, das was Du Dir vornimmst – es
wird durchgesetzt.“.
Freiheit (...) bedeutet sich selbst zu erfüllen, anstatt die Erwartung von anderen
Leuten“
Auffallend ist die Auswahl der Gäste auf „Freiheit“: Mit Silbermond („Bis zum Schluss“) hat
Curse eine sowohl unerwartete wie untypische Kombination gewählt, die allerdings alle
eventuell aufkommenden Fragezeichen sofort in Ausrufezeichen verwandelt. Der Song
beschreibt das Gefühl des Nicht-loslassen-Könnens in einer Liebesbeziehung, obwohl
beiden Partnern klar ist, dass es keinen anderen Ausweg gibt. Stefanies glasklare,
emotionale Stimme wirkt wie eine Balance zu Curse Worten, die zwischen Rationalität und
Herzblut hin- und hergerissen scheinen. Auch auf den anderen Kollaborationen des Albums
ergänzen sich Curse dichte Texte auf besondere Weise mit den Melodien der Gäste: Clueso
singt mit dem Spirit eines Protestsongs auf dem selbstreflektierten „Ich kann nicht mehr“.
Curse guter Freund und Studiopartner Patrice zelebriert auf „Feier Dich Selbst“ das Leben,
und die amerikanische Soul-Geheimtipp Sängerin Jaguar Wright (Jay-Z, The Roots)
entführt mit atmosphärischen Vocals auf gleich mehreren Songs in Klangerlebniswelten.
„Alle Gäste auf dem Album habe ich auf Grund Ihrer musikalischen und menschlichen Nähe
gewählt. Oft findet man Überschneidungen und Gemeinsamkeiten gerade dort, wo man sie
am wenigsten vermutet - wenn man offen ist, und es zulässt“.
„Freiheit (..) bedeutet Mut haben“
Das wohl aufsehenerregendste Feature auf „Freiheit“ ist zweifelsohne der Gastauftritt von
Marius Müller-Westernhagen - auf dem Titelsong selbst. Die Geschichte dieser
Zusammenarbeit basiert auf einem Einfall, den Curse „Nachts nach einer Flasche Wein“ im
Studio hatte: „Ich saß da und dachte über den Albumtitel nach. Plötzlich schoss mir
Westernhagens ´Freiheit´ in der Live-Version durch den Kopf und ich hatte die Idee, diese
Stadion-Stimmung irgendwie in das Album zu transportieren. Anfangs dachte ich nur an ein
Intro oder ein Outro. Mit dieser Idee habe ich mich an die Produzenten gewandt.“ Wenig
später kam von Claud eine Fassung des Instrumentals zurück, in der das „Freiheit“ - Sample
zu einem tragenden Element des Songs gemacht wurde. „Das war absolutes Gänsehaut -
Feeling. Gigantisch. Trotzdem dachte ich zuerst: Das kannst du vergessen. Das ist
Westernhagen, das kriegen wir nicht durch.“
Doch es kam anders. Nachdem der Song mehrmals fast in der Schublade gelandet wäre,
war es am Ende die nicht ganz ernst gemeinte Drohung von Patrice, Curse aus dem Studio
zu schmeißen, wenn er diese Idee verwerfen würde, die die Wende brachte. In nur einer
Stunde schrieb Curse sieben Strophen und nahm eine fast achtminütige Version des Songs
auf. Der Rest ist eine Geschichte für sich... an deren Ende Marius Müller-Westernhagen sich
von der Idee und Curse´ Text so begeistert zeigte, dass er seine Unterstützung anbot; und
nicht nur seine Freigabe erteilte, sondern extra für diese Version noch einmal in’s Studio ging
um seine legendären Zeilen neu ein zu singen. Das entstandene Stück klingt nun weder wie
ein reguläres Sample, noch wie ein klassisches Feature: Es klingt wie die Neuauflage des
Songs selbst. „Manchmal muss man der Vision freien Lauf lassen und sich nicht blockieren
durch Zweifel oder Vorurteile. Wenn Ideen die Freiheit haben zu wachsen, dann haben neue,
große Dinge Platz zu entstehen“.
Das neue Curse Album „Freiheit“ erscheint am 26.09.2008
Album-Diskographie:
Feuerwasser (2000)
Von Innen Nach Aussen (2001)
Innere Sicherheit (2003)
- Prestige – Mit Taz, Greis & Claud (2006)
Sinnflut (2005)
- Einblick Zurück – Best Of (2006)